Roboterfußball: Beim RoboCup 2026 in Incheon (Südkorea) holten die HTWK Robots den Silberplatz
Den diesjährigen RoboCup im südkoreanischen Incheon schloss das Roboterfußball-Team der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) mit dem Vizetitel ab: Die HTWK Robots unterlagen nach einem starken Turnier am Ende 0:6 gegen das Team B-Human aus Bremen in der „Middle Division“ der „Humanoid Soccer League“. Damit mussten die Leipziger ihren Titel vom Vorjahr abgeben.
„Während wir in der ersten Halbzeit lange ein 0:2 verteidigen konnten, musste unser Torwart in der zweiten Halbzeit leider noch viermal hinter sich greifen“, resümiert Tobias Jagla vom Robots-Team. Mit B-Human und den HTWK Robots platzierten sich die beiden deutschen Teams an der Spitze, die seit Jahren den internationalen Roboterfußball in ihren Ligen dominieren und schon oft gemeinsam die Finals bestritten. Den Bronzeplatz sicherte sich das französische Team „Rhoban“.
Seit März hatte sich das Robots-Team intensiv auf die Robocup-WM vorbereitet; seit rund einem Jahr arbeiteten die fußballbegeisterten Informatikerinnen und Informatiker der HTWK Leipzig mit den humanoiden Robotern der chinesischen Firma Booster Robotics. Die Booster K1 Roboter sind größer als die Nao-Roboter, mit denen das Team bis 2025 mehr als 15 Jahre lang in internationalen Wettkämpfen in der Weltspitze antrat.
Zu den größten Erfolgen des Teams gehören die Weltmeistertitel 2018 und 2025 sowie acht Vizeweltmeistertitel. Auch bei den ersten World Humanoid Robot Games in Peking 2025 holte das Team mit den Boostern den Vizetitel.
„Wir haben vor allem Bewegungen trainiert: Wir können jetzt noch schneller laufen, haben einen neuen Schuss und einen Pass. Das Verhalten ist - anders als früher - nicht mehr direkt programmiert, sondern wurde in der Simulation geübt. Dies läuft mit verschieden KI-Verfahren wie „Reinforcenment-Learning“ oder „Imitation-Learning“. Außerdem haben wir die Bilderkennung überarbeitet. Wir spielen mit den originalen Fifa-Bällen - je nach Größe der Roboter mit der Erwachsenengröße oder der Kindergröße. Nächster Schritt wird die Teamstrategie sein, bei wir dann auf den neuen Bewegungen aufbauen“, sagt Jagla.
Erfolgreiche Kooperation
„Innerhalb kürzester Zeit hat die Kooperation mit Booster Robotics aus China einige technologische Probleme gelöst, für die wir keine europäischen Partner finden konnten. Für uns ist die Zusammenarbeit motivierend und fördernd zugleich. Unsere Fortschritte in den letzten Monaten gleichen dem zurückgelegten Weg mehrerer Jahre. Mein Dank für die leidenschaftliche Arbeit gilt dem Team und allen, die uns unterstützt haben, besonders Booster Robotics“, so Jens Wagner, HTWK-Professor für mobile Robotik, einer der Betreuer der HTWK Robots.
Auch HTWK-Rektor Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller ist stolz: „Ich gratuliere unserem Team ganz herzlich zum Vizetitel! Mein Dank gilt allen Beteiligten - vor Ort, aber auch den daheimgebliebenen Forschenden. Dieser beständige Erfolg des Teams über so viele Jahre beweist die herausragenden Forschungs- und Entwicklungsleistungen der HTWK Leipzig und unserer Alumni im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik. Das zeigt eindrucksvoll, wie wir an unserer Hochschule Forschung in die Anwendungen bringen.“
Die Hardware: Booster-Roboter
Die circa einen Meter großen und 20 Kilogramm schweren Booster K1 Roboter sind humanoide Roboter der Firma Booster Robotics aus Peking. Seit April 2025 steht der HTWK Leipzig diese neue Hardware dank einer Kooperation zur Verfügung. Die HTWK Robots brachten den Robotern mittels Künstlicher Intelligenz das Laufen, Ausweichen, Navigieren, Aufstehen und Toreschießen bei. Sein Europadebüt feierte einer der Roboter 2025 erfolgreich beim Leipziger Firmenlauf.
Ende August geht’s für das Robots-Team erneut nach Asien: Vom 22. bis 26.08. spielt es wie schon im vergangenen Jahr bei den World Humanoid Robot Games in Peking.
Hintergrund: RoboCup
Beim RoboCup treten Hochschulteams aus aller Welt jährlich in verschiedenen Ligen gegeneinander an. Das Team der HTWK Leipzig startete 2026 in der „Humanoid Soccer League“ in den Größen „middle“ und „large“.
Das Prinzip: Alle Teams nutzen die gleichen Modelle. Die Herausforderung besteht also in der Programmierung – der Roboter-Fußball wird daher auch als „Kampf der Algorithmen“ bezeichnet. Das HTWK-Team besteht aus 26 Mitgliedern, die an der HTWK Leipzig studieren oder als Absolventinnen bzw. Absolventen bereits im Berufsleben stehen. 14 davon reisten mit nach Südkorea, außerdem vier Booster-Roboter.
Möglich sind die Forschung und die erfolgreichen Wettbewerbe dank Unterstützung verschiedener Partner, darunter Hauptsponsor Actemium und der Förderverein der HTWK Leipzig.
Erklärtes Ziel des RoboCups ist es, dass im Jahr 2050 Fußballroboter den amtierenden Fußballweltmeister aus Fleisch und Blut besiegen.
In Südkorea traten insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmende aus 21 Ländern in 62 Teams gegeneinander an.
